Das Duell Mittelhessen gegen Belgien geht klar an den RSV Lahn-Dill

75:37-Heimsieg gegen die Roller Bulls St. Vith sichert Tabellenführung
Rollstuhlbasketball-Bundesligist RSV Lahn-Dill hat den sportlichen Auftakt in das Jahr 2010 souverän gemeistert. Im Heimspiel gegen den belgischen Ligakonkurrenten Roller Bulls St. Vith behaupteten die Mittelhessen mit einem 75:37 (21:5/32:16/53:29)-Erfolg ihre Tabellenführung vor dem Erzrivalen aus Zwickau. Rund 600 Zuschauer, darunter ein vollbesetzter Fanbus aus dem Ardennen-Städtchen St. Vith, ließen sich durch das angekündigte und dann doch ausgebliebene Schneechaos nicht abschrecken und fanden den Weg in die Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle, wo sie in Richard Peter und Michael Paye die beiden Topscorer der Partie sahen.
„In der Verteidigung haben wir einmal mehr gezeigt, dass die beste Defensive der Liga in Wetzlar gespielt wird“, zeigte sich RSV-Trainer Nicolai Zeltinger nach dem Spiel mit diesem Teil des Spiels zufrieden. In der Offensive und hier insbesondere von der Freiwurflinie merkte man dem Team jedoch an, dass ihm nach der Weihnachtspause noch die nötige Routine fehlt. „Uns war es jedoch wichtig, dass gerade unsere hoch belasteten Nationalspieler eine vernünftig lange Pause bekommen“, so Zeltinger in Hinblick auf die schwache Trefferquote von nur 42 Prozent von der Freiwurflinie und insbesondere im zweiten Viertel gezeigten Konzentrationsschwächen im Abschluss.
Zuvor sahen die Zuschauer im ersten Viertel jedoch eine muntere Partie, die Bulls-Akteur Peter Dries mit dem 2:0 nach wenigen Sekunden eröffnete. In der Folge dominierte in der Anfangsphase jedoch der RSV Lahn-Dill das Geschehen auf dem Parkett und konnte das Ergebnis mit einer Serie von 15 Punkten in Folge zum 15:2 drehen. Erst ein Dreier von Stephan Veithen zum 15:5 (7.) ließ die belgischen Gäste wieder jubeln und auch in der Offensive besser ins Spiel finden. Hierfür zeichnete in der Folge insbesondere Samir Bader verantwortlich, der mit vielen Aktionen zeigte, warum er viele Jahre in der italienischen Serie A zu den stärksten Spielern gehörte. Dagegen schaffte es die Mannschaft um Kapitän Joey Johnson (15 Rebounds) St. Viths Routinier und Topscorer der letzten Partie komplett aus dem Spiel zu nehmen, so dass der Spanier Juan Bernal am Ende keinen einzigen Korb erzielen konnte. Auf Seiten der Gastgeber überzeugte dagegen vor allem der Kanadier Richard Peter, der nicht nur mit 25 Zählern zum Topscorer avancierte, sondern auch mit drei Assists und guten einer Trefferquote von 71 Prozent aufwartete.
Nach einem aus Sicht der Wetzlarer Rollis deutlich schwächeren zweiten Viertel, lichteten sich nach dem Seitenwechsel in einer nicht unfairen aber harten Begegnung, dann langsam aber sicher die Reihen. Während der Ausgang des Spiels über 39:20 (23.), 49:24 (28.) und 58:31 (33.) unstrittig war, mussten im weiteren Verlauf Stephan Veithen (29.), Juan Bernal (33.), Richard Peter (35.) und Frederic Roloux (39.) mit überzogenem Foulkonto auf der jeweiligen Bank Platz nehmen. Da den Gästen, bedingt durch das Klassifizierungssystem, nun die Wechseloptionen fehlten, mussten sie in den letzten Spielminuten sogar mit nur vier Spielern auf dem Feld auskommen, was der Tabellenführer mit einem 13:0-Lauf binnen fünf Spielminuten zum 73:35 (39.) eiskalt ausnutze.
Am kommenden Wochenende gastiert der RSV Lahn-Dill nun beim Schlusslicht Köln 99ers, ehe beim Heimspiel am 23. Januar mit dem ASV Bonn der zweite rheinische Ligakonkurrent binnen weniger Tage auf die Wetzlarer wartet.
Lahn-Dill: Richard Peter (25), Michael Paye (23), Joey Johnson (10), Patricia Cisneros (4), Dirk Köhler (4), Marco Zwerger (4), Felix Schell (2), Gesche Schünemann (2), Thomas Gundert (1), Kai Gerlach, Jan Kampmann (n.e.).
St. Vith: Samir Bader (17), Frederic Roloux (6), Christoph Paasch (5), Stefan Veithen (3/1 Dreier), Lorenzo Botterberg (2), Peter Dries (2), Mounir Mojoud (2), Juan Bernal.
Fotogallerie von Jörg Theimer unter http://gute-blende.fotoportopro.de/gallery.php?gallery=f6d77a111a2d9670.

RSV-Magazin Defense