85:67-Erfolg bei den 99ers – Weltmeisterin Hollermann überragt offensiv
Der RSV Lahn-Dill hat nach der Heimniederlage der Vorwoche gegen Wiesbaden mit seiner bisher besten Saisonleistung zurück in die Erfolgsspur gefunden und bei den Köln 99ers einen in der zweiten Halbzeit souverän herausgespielten 85:67-Auswärtssieg (15:14/36:30/59:49) gefeiert. Aus einer mannschaftlich geschlossenen Leistung ragte vor allem US-Weltmeisterin Rose Hollermann offensiv heraus und avancierte mit 26 Punkten zur klaren Topscorerin der Partie am Rhein.
Zu Beginn merkte man den Wetzlarern trotz intensiver Bemühungen allerdings die leichte Verunsicherung nach der Heimniederlage der Vorwoche deutlich an. Zudem traten auch in Köln immer wieder deutliche Lücken in der eigenen Verteidigung ans Tageslicht, die es den cleveren Kölner oftmals viel zu einfach machte, den Spielstand ausgeglichen zu gestalten. Denn eigentlich spielte die Mannschaft von Head Coach Victor Ramos gefällig, doch in Durchgang eins war wie so oft auch die Trefferquote nicht dort, wo sein müsste, um sich für die eigene gute Leistung auch belohnen zu können. So verlief die Partie vor der Halbzeit auf Augenhöhe, mal lagen die Gäste aus Mittelhessen wie beim Dreipunktespiel von Julian Lammering mit 13:12 (9.) in Front, mal die rheinischen Hausherren wie beim 19:22 (13.) aus Wetzlarer Sicht.
Erst kurz vor der Halbzeitsirene gelang es dem deutschen Rekordmeister aus Wetzlar sich erstmals etwas abzusetzen, als Rose Hollermann und Thomas Böhme aus einem 24:26 (17.) binnen drei Spielminuten ein 35:28 (20.) machten und damit auch die Trefferquote zur Halbzeit zumindest leicht über 40 Prozent hoben. Startete der RSV in Köln noch mit einer langen Aufstellung, in der die Center Matthias Güntner und Krzysztof Kozaryna standen, hatte an diesem ersten Zwischenspurt vor allem eine kleinere, dafür aber umso schnellere Aufstellung maßgeblichen Anteil.
Nach dem Seitenwechsel zeigten die Lahn-Diller dann ihre bis dato beste Saisonleistung, agierten aggressiv in der Verteidigung und ließen in der Offensiv den Ball schnell und sicher laufen. So kam vor allem US-Girl Hollermann immer wieder tief auf der rechten Seite zu freien Wurfoptionen, die sie am Ende mit 68 Prozent Trefferquote hochprozentig ausschöpfte und damit zur Matchwinnerin avancierte. Doch auch ihre Kollegen, der polnische Neuzugang Kozaryna mit 62 Prozent und Julian Lammering mit 71 Prozentpunkten, trafen nun aus fast allen Lagen. Den Vogel in dieser Hinsicht schoss aber der Schotte Finlay Erskine einen Tag nach seinem 21 Geburtstag ab, der aus dem Feld und von der Freiwurflinie fünfmal ansetze und ohne Fehlversuch fünfmal traf.
So steuerte der RSV Lahn-Dill bereits im dritten Viertel beim 47:33 (24.) durch Max Lammering einem souveränen Erfolg entgegen, auch wenn die 99ers immer wieder ihr Können aufblitzen ließen. So auch zum Start in das vierte und letzte Spielviertel, als der Japaner Ryuga Akaishi mit sieben Punkten in Serie noch einmal auf 56:61 aus Kölner Sicht verkürzen konnte. Doch der RSV-Express rollte nun und spielte in der Offensive mit schnellen Ballstafetten teils Katz und Maus mit der rheinischen Defensive. Egal ob Krzysztof Kozaryna nach klassischem Pick-n-Roll Spiel zum 71:58 (35.) vollstreckte oder besagter Finlay Erskine aus fast unmöglicher Position das 79:62 (37.) in die Kölner Reuse legte.
Am Ende sprachen dann auch die statistischen Werte eine klare Sprache, denn mit 38 zu 24 Rebounds besaß der RSV eine klare Lufthoheit in der Sporthalle am Bergischen Ring und zeigte mit 28 Assists eine spielfreudige und mannschaftsdienliche Spielweise, die auch die mitgereisten Fans begeisterte. Dies unterstrich auch die Tatsache, dass sich am Ende gleich fünf Spieler der Wetzlarer über eine zweistelligen Punktausbeute freuen durften, während beim Gastgeber das stark spielende Trio Ryuga Akaishi, Bulut Kodal und Thomas Reier offensiv eher auf sich gestellt blieb.
Für den RSV Lahn-Dill heißt es nun mit dieser Leistung selbstbewusst in das erste Duell der noch jungen Saison gegen die Thuringia Bulls zu gehen, dass am kommenden Sonntag in der Wetzlarer Buderus Arena steigen wird.
Köln: Bulut Kodal (21), Ryuga Akaishi (19/1 Dreier), Thomas Reier (16/2), Alexander Keiser (6), Lisa Bergenthal (3), Indjai Lassana (2), Umut Akbay, Paul Jachmich, Rin Kawahara, Peyman Miizan.
Lahn-Dill: Rose Hollermann (26), Thomas Böhme (11), Julian Lammering (11), Matthias Güntner (10), Krzysztof Kozaryna (10), Finlay Erskine (9), Max Lammering (8), Abby Dunn, Quinten Zantinge, Hayden Siebuhr.
Foto: Gero Müller-Laschet.




