deen

Deutlich verbesserter RSV unterliegt im Ligagipfel

In Duell eins des Wochenendes drei Viertel den Thuringia Bulls getrotzt

Das Gipfeltreffen in der RBBL gegen die Thuringia Bulls ging am Samstag in der Buderus Arena für den RSV Lahn-Dill zwar verloren, doch die Wetzlarer zeigten sich gegenüber der Pokalpleite im Dezember gegen die Ostdeutschen deutlich verbessert. Am Ende unterlagen die Mittelhessen zwar mit 65:78 (16:21/32:37/49:60), konnten die Partie aber drei Viertel der Spielzeit offen gestalten.

Lediglich direkt nach dem Wiederbeginn im dritten Viertel verlor die Mannschaft von Head Coach Michael Paye für rund sechs Minuten ihren bis dato erkennbaren roten Faden und dies nutzen die Gäste aus Thüringen sofort und eiskalt aus, um mit einem 13:4-Lauf auf 50:36 entscheidend davonzuziehen.

Zuvor bot der RSV den Bulls jedoch ein Duell auf Augenhöhe und hatten zu Beginn beim 10:6 (5.) und 14:11 (6.) die Nase vorne. Doch auch hier deutete sich bereits an, dass an diesem Tag vor allem Joakim Linden zu einer der zentralen Figuren im Spiel der Gäste werden sollte. Der routinierte Schwede mit der Nummer 15 sprühte nur so vor Energie und Spielfreude und dirigierte sein Team auf hohem Niveau. Dies sorgte auch dafür, dass die RSV-Führung nach dem 16:15 (8.) durch Jannik Blair kippte und zu Beginn des zweiten Viertels ein 18:25 (12.) auf der Anzeigetafel der Buderus Arena aufleuchtete.

Doch die Hausherren waren mental gut eingestellt, ließen sich nicht so schnell verunsichern wie noch im Pokalduell Anfang Dezember und kämpften sich zunächst durch Rose Hollermann und Thomas Böhme von der Freiwurflinie wieder heran. Zwei Dreier binnen 60 Sekunden durch Kapitän Böhme und Neuzugang Colin Higgins sorgten dann umgehend für den 27:29-Anschluss (16.), ehe besagter Joakim Linden mit sechs Zählern in Serie wieder auf 27:35 (19.) stellte. Das Highlight der ersten Hälfte sollte jedoch 1,9 Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit noch folgen, als sich Colin Higgins nach einem Fehlwurf von Aliaksandr Halouski den Defensivrebound schnappte und mit einem Pass über das gesamte Spielfeld auf den blitzschnell enteilten Thomas Böhme passte, der den Ball artistisch und spektakulär mit der Schlusssirene in die Bulls-Reuse einnetzte. So ging es mit einem 32:37-Rückstand in die Kabinen und die gut 1.000 Besucher in der Buderus Arena hatten genügend Gesprächsstoff für die Halbzeitpause.

Aus dieser kam jedoch der Gast deutlich besser heraus und dies erneut Dank des Schweden Linden, der das dritte Spielviertel zu seinem machte. Seinen fünf Punkte direkt nach Wiederbeginn sollten in diesem Abschnitt weitere acht Zähler folgen, die seine Punkteausbeute in den ersten 30 Spielminuten bereits auf 25 steigen ließ und dies bei einer bärenstarken Trefferquote von 75 Prozent. So legten die Bulls im dritten Viertel den Grundstein zum Erfolg und dies, obwohl der RSV Lahn-Dill vor allem nach dem Wechsel den etatmäßigen Topscorer Aliaksandr Halouski wie auch den zweiten langen Center Vahid Gholomazad taktisch gut an die Kette gelegt hatte.

Den daraus entstandenen 44:58 (29.) konnten Topscorer Böhme & Co. in der verbleibenden Spielzeit nicht mehr wettmachen, auch wenn sie immer wieder mit guten Szenen zu überzeugen wussten und durch Rose Hollermann aus der Distanz ebenso gefährlich waren, wie durch Matthias Güntner am Brett. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die individuelle Fehlerquote der Wetzlarer Hausherren klar über der des Gastes lag und am Ende 44 Prozent Trefferquote nicht ausreichen, um ein europäisches Topteam wie die Thuringia Bulls an den Rand einer Niederlage zu bringen. Auf der anderen Seite macht die Leistungssteigerung gegenüber dem Pokal-Achtelfinale an gleicher Stätte gegen den gleichen Kontrahenten Mut, denn die Entwicklung zeigt beim RSV nach oben und bis zum Saisonende sind es noch stolze viereinhalb Monate, in den zwar viel Arbeit, aber auch viel zu entlockendes Potenzial steckt.

Lahn-Dill: Thomas Böhme (16/2 Dreier), Rose Hollermann (12/1), Matthias Güntner (10), Michael Paye (8), Colin Higgins (7/1), Jannik Blair (6), Julian Lammering (4), Quinten Zantinge (2), Vincent Dallaire, Finlay Erskine (n.e.).

Thüringen: Joakim Linden (27), Aliaksandr Halouski (16/1), Vahid Gholomazad (12), Arie Twigt (12), Jordi Ruiz (6), Hubert Hager (5), Lukas Gloßner, Marie Kier, Anil Cegil (n.e.), Tomas Klein (n.e.).

 

Foto: Finn Rehberg

RSV-Magazin Defense