Den Traum vom 16. Titel im Rollstuhlbasketball-Deutschland-Pokal ist für den RSV Lahn-Dill bereits im Achtelfinale ausgeträumt. Nach starker Anfangsphase wurden die Mittelhessen in der Buderus Arena Wetzlar vom amtierenden Pokalsieger RSB Thuringia Bulls mit 51:99 (13:24/23:50/40:70) förmlich deklassiert. Überrangeder Akteur für die Gäste war Nationalspieler Aliaksander Halouski mit einem Double-Double aus 36 Punkten und zehn Rebounds.
Zunächst zeigte sich der RSV Lahn-Dill allerdings besser als in den Vorwochen, erst beim 4:7 durch (4.) eroberten die Bulls eine erste kleine Führung, die die Wetzlarer in der Folge nicht wieder ausgleichen konnten. Beim 8:11 (5.) wendeten die Gastgeber zunächst den drohenden Bruch im Spiel noch ab, als Lammering beinahe den Ball verliert, aber Güntner einen Offensivrebound holt und das Foul gegen Halouski zieht. Doch es folgen zwei schnelle Ballverluste, und Thüringen erzwang beim 8:15 (6.) die erste Auszeit.
Vahid Gholamazad suchte sich nun konsequent das Missmatch gegen den deutlich kleineren Colin Higgins. Zunächst verwandelte der Iraner einen schwierigen Wurf unter dem Wetzlarer Korb trotz Fouls (11:18, 8.). Und binnen nur einer Minute hängte der Bulls-Center Higgins drei Fouls an, während seine Thüringer zum Ende des Abschnitt auf 13:24 davon zogen.
Die Partie verlor in der Folge mit der zweiten Line-Up der Bullen etwas an Rasanz, doch in der Defensive stand das Bollwerk des amtierenden Pokalsieger und erzwang immer wieder Ballverluste der Gastgeber. Zantinges wildes Durchtanken ans Brett der Bulls zum 17:32 (15.) blieb für längere Zeit das einzige Highlight für den RSV Lahn-Dill. Ein Dreier von Ruiz und zwei weitere Distanztreffer von Halouski sorgten dann binnen 90 Sekunden für das 17:43 (18.), ehe sich der RSV Lahn-Dill über Freiwürfe von Böhme, einen Ballgewinn und zwei Korberfolge von Güntner zumindest ein wenig aufbäumen konnte.
Gegen den souveränen und dominanten Auftritt der Thuringia Bulls stemmte sich nach dem Seitenwechsel vor allem Matthias Güntner (25:50, 21.), doch die Bulls ließen sich davon genauso wenig irritieren wie vom dritten Foul gegen ihren Spielmacher Jordi Ruiz (23.). Nun allerdings schaffte sich der RSV Lahn-Dill über stabilere Defensive etwas Luft, und auch offensiv gelang nun etwas mehr. Über Güntner und Böhme konnten die Mittelhessen den Rückstand noch einmal unter die 30-Punkte-Marke bringen (35:64. 28.) und sich so bis zum Viertelende etwas stabilisieren (40:70. 30.).
Das Aufbäumen der Mittelhessen stoppte Gholamazad mit einem Dreipunktspiel (42:75, 31) und während sich die Thuringia Bulls die Führung nun souverän verwalteten, arbeitete sich der RSV Lahn-Dill an der starken Defense der Gäste ab und kam nur noch selten zu guten Wurfchancen. Mit seinen Dreiern vier und fünf machte machte dann Halouski über 47:88 (36.) und 49:95 (39.) alles klar. Nur der historische “Hunderter” blieb dem deutschen Nationalcenter nach einer dominanten Partie zur Erleichterung der Wetzlarer Fans am Ende aber verwehrt.
Lahn-Dill: Thomas Böhme (17/1 Dreier), Matthias Güntner (12), Jannik Blair (6), Colin Higgins (4), Julian Lammering (4), Quinten Zantinge (4), Vincent Dallaire (2), Rose Hollermann (2), Michael Paye, Finlay Erskine (n.e.), Fabian Gail (n.e.).
Thüringen: Aliaksandr Halouski (35/5 Dreier), Jodi Ruiz (22/2), Vahid Gholomazad (14), Joakim Linden (12), Arie Twigt (6), Hubert Hager (6), Tomas Klein (4), Anil Cegil, Lukas Gloßner, Marie Kier.



